Oktober 31

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Von der Magie des Loslassens

Thomas Krombholz

Oktober 31, 2021


Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe

Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,

An keinem wie an einer Heimat hängen,

Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,

Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise

Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,

Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde

Uns neuen Räumen jung entgegen senden,

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse aus dem Gedicht „Stufen“; Mai 1941


Warum fällt es so vielen Menschen schwer loszulassen? Altes hinter sich zu lassen, Gewohntes aufzugeben und dem Neuen mutig entgegenzutreten? So verrückt, wie das in Zeiten der modernen Wissenschaft klingt, das ist tief in unseren Genen verankert. Angeboren. Vererbt. Seit zig Generationen immer wieder das gleiche Spiel. Die Suche nach Sicherheit. Das Bedürfnis nach Energie sparen. Ist doch verrückt, oder? Wir fliegen ins All, erforschen die Tiefsee, entschlüsseln Gene und „spielen“ mit Atomen. Und gleichzeitig gibt es da diese uralten Schaltkreise in uns drin, die uns unbewusst steuern, ja förmlich beherrschen.

Und doch gehört Loslassen zu unserem Alltag. Jeden Abend, wenn wir ins Bett gehen, lassen wir den alten Tag los und starten am nächsten Morgen einen neuen. An jedem Feierabend im Büro lassen wir (idealerweise) die Arbeit los und beginnen am nächsten Morgen (hoffentlich nicht ganz) von vorn. Wir tun es. Ständig. Und doch lassen die meisten nicht vollkommen los. Schleppen „Ballast“ von Tag zu Tag mit sich, der sich im Laufe der Zeit zu einem stattlichen Haufen türmt.

Kürzlich war ich als Helfer bei einem Umzug dabei. Ich bin ganz sicher, mein Muskelkater vom Kartons und Möbel schleppen wäre deutlich kleiner ausgefallen, wenn ich all die Sachen, die bereits seit Jahren ein unbeachtetes Dasein fristeten und nun wieder eine freie Ecke suchten, wo sie definitiv im Weg stehen, gar nicht erst die Treppen runter und dann die Treppen wieder rauf nicht hätte tragen müssen. Nun, um an dieser Stelle ganz ehrlich zu sein, auch bei mir gibt es Sachen, die mich seit Jahren begleiten und die ich auch genauso lange nicht ein bisschen im Alltag vermisse. Nur damit das klar ist, ich bin nicht perfekt, und bei mir wirken diese Muster auch.

Und doch habe ich bei meinem letzten Umzug (zum Teil schweren Herzens) vieles losgelassen. Auch geschuldet der vorherigen Lektüre des Buches von Karen Kingston „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags: Richtig ausmisten – Gerümpelfrei bleiben“. Hatte ich mir kurz zuvor aufgrund einer Empfehlung gekauft. Nur um beim Umzug festzustellen – hatte ich bereits. Sogar gelesen, aber glatt wieder verdrängt. Hier kann ich mich ja outen, wir sind ja unter uns.

Spannend wird es, wenn es um andere Menschen in unserem Leben geht. Auch da braucht es manchmal ein Loslassen. Menschen, die uns nicht mehr gut tun, eine „alte“ Liebe, eine toxische Beziehung. Freunde, die dem Status „Freund“ nicht mehr gerecht werden. Menschen, die uns klein halten, uns bremsen, uns förmlich schaden. Konnte ich bei so vielen ehemaligen Kunden und Ausbildungsteilnehmern beobachten – deren Veränderung brachte auch immer eine Veränderung im engeren Personenkreis mit sich. Wurde von allen im Nachgang als heilsam und förderlich beschrieben.

Und Loslassen betrifft nicht nur materielle Dinge. Auch Gedanken, Sorgen, Gefühle und Verhalten. Brendon Burchard, ein sehr bekannter High-Performance-Coach „predigt“ förmlich, am Abend alles Alte, Groll, negative Gefühle, Selbstvorwürfe, Zweifel und mehr bewusst loszulassen und den neuen Tag mit einer positiven Intention zu beginnen. Den Blick auf das Hier und Heute, das Jetzt zu konzentrieren. Was natürlich nicht bedeutet, dass wir alle Erfahrungen, Erlebnisse, das Gelernte und Erfahrene ignorieren. Selbst im Film „Und ewig grüßt das Murmeltier“ adaptiert der Protagonist die Erkenntnisse der Vergangenheit in seine anhaltenden Versuche, seine Traumfrau zu gewinnen. Wobei ich „50 erste Dates“ mit Adam Sandler und Drew Barrymore fast noch unterhaltsamer finde.

So funktioniert übrigens auch Forschung. Wenn Edison sind jeden Tag über seine vorherigen „Fehl“-Versucht grün geärgert hätte, gäbe es vielleicht heute noch kein elektrisches Licht. Was wäre also, wenn wir unser Leben so ein bisschen wie ein Forschungsprojekt sähen? Jeden Tag mit Elan und Neugier zu starten und das Beste draus zu machen? Jeden Tag offen für neue Erfahrungen zu sein, das „Gelernte“ zu integrieren und somit etwas Neues zu kreieren? So geht Life Design – den Weg nach vorn bauen.

Wenn Du Dir Unterstützung und vielleicht einen liebevollen Arschtritt beim Loslassen und „Neustart“ oder einer „Neujustierung“ wünschst, dann verabrede Dich mit mir auf einen „Lütten Klönschnack“ (hier klicken…) und lass uns schauen, ob und wie ich Dir dabei vielleicht behilflich sein kann. Du weißt ja, „…jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben…“.

Über den Verfasser

Über etliche Jahre selbst ein systemkonformes Rädchen als Key Account Manager in multinationalen Unternehmen arbeite ich heute als Botschafter für authentische Lebensgestaltung hauptsächlich mit frustrierten und verzweifelten Hamsterradlern aus dem Arbeitnehmer- und auch Unternehmerbereich, die so auf gar keinen Fall mehr weitermachen können und wollen, denen „ganz okay“ oder „geht so“ im Leben nicht mehr gut genug ist, sondern die endlich wieder selbstbestimmt ein wirklich geiles Leben voller Leichtigkeit, Abenteuer, Spaß und magischer Momente wollen.


In weit mehr als 500 individuellen 1-zu-1 Coachinggesprächen habe ich Menschen unterschiedlichen Alters, aus unterschiedlichen Branchen, Berufen und Hierarchien unterstützt, ihre ureigene Berufung (wieder) zu entdecken, ihre Wünsche und Träume zu formulieren und wieder mehr Sinn, Leichtigkeit, Lebensfreude und Magie in ihr Leben zu integrieren.


 Und ja, es gab solche und solche Zeiten. Rückblickend betrachtet hatten die „schlechten“, harten Zeiten auch ihre guten Seiten. So bin ich zu dem geworden, der ich heute bin – authentisch, offen, schonungslos ehrlich, mit einem feinen 7. Sinn für das Potential anderer Menschen – und doch im Herzen Kind geblieben.

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